Vernetzung Schule ohne Rassismus Schule mit Courage

//////Vernetzung Schule ohne Rassismus Schule mit Courage

Seit 2012 dürfen acht Schulen im Schwalm-Eder-Kreis die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“ tragen. Voraussetzung dafür ist, dass sich mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter durch ihre persönliche Unterschrift verpflichten, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen. Insbesondere mit regelmäßigen Aktionen gilt es für die Schulen das Siegel zu bestätigen und mindestens einmal pro Jahr eine thematisch passende Veranstaltung im Programm zu haben. Die Aktionen organisieren die Schülergruppen und übernehmen damit Verantwortung für eine gelungene Umsetzung. Teilweise ist die Schülervertretung hauptverantwortlich, in anderen Einrichtungen bilden sich Arbeitsgruppen, die mit und ohne die Unterstützung von LehrerInnen die Aktionen anpacken. Trotzdem ist es sinnvoll auch die LehrerInnen in die Prozesse mit einzubeziehen, denn im Hinblick auf nachfolgende Jahrgänge gilt es die Erfahrungen und das Wissen mitzuteilen und weiterzugeben. Der Aktionsradius ist nicht vorgegeben und so können die SchülerInnen beispielsweise Theaterstücke inszenieren, Konzerte veranstalten oder zu Lesungen einladen – Voraussetzung ist natürlich der passende thematische Bezug. „Schule ohne Rassismus“ startete bereits 1995 in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Mittlerweile ist es das größte Schulnetzwerk mit etwa 1200 Schulen bundesweit. Dass nun auch acht Schulen im Kreis die Besucher mit dem Hinweis auf die „Schule ohne Rassismus“ empfangen, ist auch Verdienst des Mobilen Beratungsteams Nordhessen (MBT). Der Verein engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus und war 2012 TFKS-Projektträger. So informierten Mitarbeiter vor Ort in den Schulen über die aktuellen Strömungen in der Jugendkultur, denn mit immer mehr Internetplattformen der rechten Szene oder über Musik und Zeichen wird versucht jugendlichen Nachwuchs für die radikale Weltanschauung zu gewinnen. Aber die MBT-Veranstaltungen in den Schulen waren ein Teilbereich und bildeten nicht den Fokus des Projekts, vielmehr sollten sich die Einrichtungen untereinander vernetzen und gemeinsame Projekte gegen Rassismus, Ausgrenzung und Extremismus entstehen lassen. Das MBT stellte daher ein Jahresprogramm mit einem zweitägigem Seminar, einer Gedenkstättenfahrt und einem gemeinsamem Treffen für den Nord- und den Südkreis Schwalm-Eder zusammen. Durch eine schulübergreifende Kooperation gelang es nachhaltige, gemeinsame Handlungsperspektiven zu entwickeln und Vernetzungsstrukturen aufzubauen.

Über das MBT

Das Mobile Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Hessen wurde im Jahr 2003 in Kassel gegründet. Es orientiert sich an dem großen Erfahrungsschatz der Mobilen Beratungsteams in den neuen Bundesländern und war zugleich das erste in dieser Art arbeitende Projekt in Westdeutschland. Rechtsextreme Stammtischparolen, rassistische Vorfälle, antisemitische Schmierereien, Neonazis im Ort, rechtsextreme Jugendliche im Jugendclub und Prügeleien auf der Kirmes. Bei solchen oder ähnlichen regionalen Konflikten kann die Mobile Beratung von allen Menschen in Anspruch genommen werden, die eine Unterstützung im Bereich regionaler Demokratisierungsprozesse suchen. Dabei können insbesondere lokale Prozesse gegen rechtsextremistische Strömungen initiiert, sowie die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements begleitet und verankert werden. Auch bei Unsicherheiten in Bezug auf rechtsextremistische Tendenzen in der Region bietet das Mobile Beratungsteam eine umfassende Aufklärung über aktuelle regionale rechtsextreme Erscheinungsformen.

2013-08-30T14:17:23+00:0030. August, 2013|Ausgewählte Inhalte|