Überfülltes Megafestival? Nein, danke.

//////Überfülltes Megafestival? Nein, danke.

Blick vom Zeltplatz auf das Musikschutzgebiet

Schon zum achten Mal begrüßte das Musikschutzgebiet-Festival Neulinge, Kenner und Freunde des guten Geschmacks in Frage Musik auf dem Grünhof in der Nähe von Homberg (Efze). Das Konzept des 3-Tage-Festivals strebt danach, Künstler zu unterstützen. Es geht vor allem darum, jung aufstrebende regionale Bands der Welt zu zeigen und sie in einer entspannten Atmosphäre kreativ und künstlerisch frei sein zu lassen. Hier wird familiäre Atmosphäre und non-profit vor kommerzielle Massenüberflutung gestellt. Der Vorverkauf ging durch die Decke. Vier Wochen vor Beginn meldete das Musikschutzgebiet erstmals vorzeitig ausverkauft. Die Organisatoren legten ein grandioses, ebenso vielfältiges Line-up vor mit Bands wie Die Orsons, Cro, I Heart Sharks, Robot Koch, Fuck Art, Let’s Dance, Abby und vielen mehr. Drei Tage voller Bereicherungen, Entdeckungen und Überraschungen lagen vor den 2.200 Besuchern.

Der Grünhof glänzt mit nordhessischen, idyllischem Charme. Inmitten von grünen Feldern liegt das Gelände des Festivals. Vom Zeltplatz führt der Weg in Richtung eines alten Guts, in dessen Innenhof sich die Mainstage befindet. Zwei weitere Bühnen sind in den umliegenden Scheunen aufgebaut. 2012 gab es für den Hunger zwischendurch vom morgendlichen Frühstück bis zum veganen Linseneintopf alles, was das Camperherz begehrt: Es ist an jeden gedacht. Auch Kinder sind hier gern gesehen und erwünscht. Die Liebe zum Detail und der Sinn für das Ganze gehen Hand in Hand.

Das Gefühl auf dem Grünhof ist etwas besonderes, hier stehen Bands im Scheinwerferlicht und genießen genauso gern den Blick vor der Bühne. Musikalisch kann sich jeder Besucher an den verschiedensten Stilrichtungen erfreuen wie eine Wundertüte, in der sich kleine Musikschätze befinden. Es wird keine Genreschublade aufgezogen, die eine bestimmte Zielgruppe bedient, sondern die Neugier und Toleranz von allen gegenüber jeder Band wird durch die Vielfalt gefördert.

Adé dem Rumgequetsche um die beste Sicht und endlich die Möglichkeit wirklich das gesamte Line-up sehen zu können. Hier gibt es keine Überschneidungen, nur Übergänge. Auch die Auswahl der Bands konnte das Publikum ´2012 mitbestimmen. Nach der Bewerbungsphase wurden durch ein Online-Voting junge Künstler per Klick rangiert. Die Gewinner eröffneten die achte Festivalauflage. Das Musikschutzgebiet bietet den idealen Platz, um mit guten und neuen Freunden ein wunderschönes, entspanntes Wochenende zu erleben und die Liebe zur Musik friedlich zu teilen.

Für 2013 ist der 31. Mai bis 2.Juni rot umkreist in jeden Terminplaner eingetragen. Denn auch ohne die Bands vorher zu kennen, ist die Anreise zum Grünhof alle Mühe wert. Ich komme wieder.

Franziska Becker

2013-08-30T14:17:23+00:0030. August, 2013|Ausgewählte Inhalte|